Astrid Lindgren


Ihr Leben und Ihre Werke
 
Leben
 
Astrid Lindgren (1907- 2002) ist eine der bekanntesten schwedischen Schriftstellerinnen. Mehr als hundert Jahre nach ihrer Geburt auf Näs sind ihre Werke noch immer aktuell. Für viele Menschen weltweit ist sie ein Vorbild, sowohl als Autorin als auch als Gesellschaftskritikerin. Die Begeisterung für ihre Bücher kennt keine altersbedingten, geografischen, politischen oder kulturellen Grenzen.
Bis heute hat sie über 80 Kinderbücher geschrieben, davon sind viele in mehr als 85 Sprachen übersetzt worden.
 
Werke
 
Pippi Langstrumpf (1945)
Meisterdetektiv Blomquist (1946)
Wir Kinder aus Bullerbü (1947)
Michel in der Suppenschüssel  (1963)
Ronja Räubertochter (1981)
 
Unser Leitbild
 
"Verhaltensnormen brauchen wir alle, Kinder und Erwachsene, und durch das Beispiel ihrer Eltern lernen die Kinder mehr als durch irgendwelche anderen Methoden. Ganz gewiss sollen Kinder Achtung vor ihren Eltern haben, aber ganz gewiss sollen auch Eltern Achtung vor ihren Kindern haben, und niemals dürfen sie ihre natürliche Überlegenheit missbrauchen. Liebevolle Achtung voreinander, das möchte man allen Eltern und allen Kindern wünschen.
 
Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte, dieses "Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben".
 
Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl gar nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: "Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen."
Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben, "Meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein."
Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte:
 
 
"NIEMALS GEWALT!"
 
 
Es könnte trotz allem mit der Zeit ein winziger Beitrag sein zum Frieden in der Welt."
 
(Astrid Lindgrens Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978)